Drei Packungen im Angebot, obwohl nur eine auf deiner Einkaufsliste steht: Genau dann ist der beworbene Stückpreis nur die halbe Entscheidung. Du musst zusätzlich wissen, wie viel du insgesamt bezahlst und ob die übrigen Packungen einen späteren Einkauf tatsächlich ersetzen.
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Um Mengenrabatt richtig zu berechnen, vergleichst du zunächst dieselben Artikel in derselben Ausführung und Packungsgröße. Danach passt du die Rechnung an deinen Bedarf an. Alle folgenden Preise und Angebote sind frei gewählte Rechenbeispiele, keine aktuellen Supermarktangebote.
1. Die Angebotsbedingungen vollständig lesen
Notiere Angebotspreis, erforderliche Stückzahl und Bedingungen, bevor du rechnest.
Bei Mehrfachangeboten kann die Ermäßigung an eine genaue Menge, bestimmte Sorten oder weitere ausdrücklich genannte Voraussetzungen gebunden sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur die große Preisangabe, sondern auch der zugehörige Angebotstext.
Unterscheide zwischen einer fertigen Mehrfachpackung und mehreren Einzelpackungen, die gemeinsam günstiger werden. Prüfe besonders, ob der Vorteil für jede vollständige Gruppe gilt oder ab einer Mindestmenge auch für weitere Stücke. Lässt sich das nicht eindeutig erkennen, frage vor dem Kauf nach, statt eine günstige Berechnung vorauszusetzen.
- Welche Artikel und Sorten gehören ausdrücklich zum Angebot?
- Wie viele Stück musst du mindestens kaufen?
- Darfst du die angegebenen Sorten mischen?
- Wie werden zusätzliche Stücke außerhalb einer Angebotsgruppe berechnet?
- Sind weitere Voraussetzungen genannt, die du erfüllen müsstest?
2. Stückpreis und Ersparnis sauber berechnen
Der rechnerische Stückpreis ist der Gesamtpreis des Angebots geteilt durch die enthaltene Stückzahl.
Angenommen, eine Packung kostet einzeln 2,00 Euro und drei identische Packungen zusammen 5,10 Euro. Dann lautet die Rechnung: 5,10 Euro geteilt durch 3 = 1,70 Euro pro Packung. Gegenüber dem Einzelpreis beträgt der Unterschied 0,30 Euro je Packung.
Für drei einzeln gekaufte Packungen würdest du 6,00 Euro bezahlen. Die Ersparnis bei gleicher Menge beträgt also 6,00 Euro minus 5,10 Euro = 0,90 Euro. Möchtest du den Rabatt in Prozent wissen, teilst du die Ersparnis durch den Einzelkauf-Gesamtpreis: 0,90 geteilt durch 6,00 mal 100 = 15 Prozent.
Vergleiche dabei mit dem Einzelpreis, zu dem du den identischen Artikel tatsächlich kaufen könntest. Runde einen berechneten Stückpreis erst am Ende; für die Entscheidung über den gesamten Einkauf ist der Gesamtbetrag genauer.
- Stückpreis im Angebot = Angebotspreis geteilt durch Stückzahl.
- Ersparnis bei gleicher Menge = Kosten des Einzelkaufs minus Angebotspreis.
- Rabatt in Prozent = Ersparnis geteilt durch Kosten des Einzelkaufs mal 100.
3. „2 für“ und „3 zum Preis von 2“ vergleichen
Übersetze Werbeformulierungen zuerst in einen Gesamtpreis für eine eindeutig festgelegte Menge.
Die Tabelle zeigt den Preisvorteil jeweils gegenüber dem Einzelkauf derselben Menge. Sie sagt noch nicht, welches Angebot zu deinem Bedarf passt. Ein Viererangebot kann denselben Stückpreis wie ein Zweierangebot haben, verlangt aber eine höhere Gesamtausgabe.
Bei „3 zum Preis von 2“ gilt die gezeigte Rechnung für drei identische Artikel mit gleichem Einzelpreis. Bei unterschiedlich teuren Artikeln darfst du nicht einfach diesen Durchschnitt übernehmen. Lies dann nach, welcher Artikel nicht berechnet wird und welche Kombinationen zulässig sind.
| Frei gewähltes Beispiel | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 2 für 3,60 Euro; einzeln 2,00 Euro | 3,60 Euro geteilt durch 2 | 1,80 Euro je Stück; 0,40 Euro weniger für zwei |
| 3 zum Preis von 2; einzeln 2,00 Euro | 4,00 Euro geteilt durch 3 | Rund 1,33 Euro je Stück; 2,00 Euro weniger für drei |
| 4 für 7,20 Euro; einzeln 2,00 Euro | 7,20 Euro geteilt durch 4 | 1,80 Euro je Stück; 0,80 Euro weniger für vier |
4. Mindestabnahme und Restmengen einbeziehen
Berechne vollständige Angebotsgruppen und verbleibende Einzelstücke getrennt.
Brauchst du fünf Packungen, hilft dir ein Dreier-Stückpreis allein nicht weiter. Angenommen, das Angebot aus dem ersten Beispiel gilt ausschließlich für vollständige Dreiergruppen. Weitere Packungen kosten einzeln 2,00 Euro.
Drei im Angebot plus zwei einzeln kosten dann 5,10 Euro + 4,00 Euro = 9,10 Euro. Fünf einzeln würden 10,00 Euro kosten. Zwei Angebotsgruppen mit insgesamt sechs Packungen kosten dagegen 10,20 Euro. Du erhältst zwar eine zusätzliche Packung, zahlst aber heute 1,10 Euro mehr als für die passende Fünfermenge.
Die sechste Packung kann sinnvoll sein, wenn du sie ohnehin später verwenden würdest. Sie ist aber kein Grund, die Gesamtausgabe auszublenden. Falls das Angebot stattdessen ab drei Stück einen reduzierten Preis für jedes weitere Stück gewährt, musst du nach dieser ausdrücklich genannten Regel rechnen.
5. Den Preis je tatsächlich genutzter Packung prüfen
Für deinen Haushalt zählt auch, wie viele der gekauften Packungen du tatsächlich nutzt.
Kaufst du drei Packungen für 5,10 Euro und nutzt am Ende nur zwei, entfallen auf jede genutzte Packung rechnerisch 2,55 Euro. Zwei Einzelpackungen zu jeweils 2,00 Euro hätten zusammen nur 4,00 Euro gekostet. Der günstige Regal-Stückpreis hat dir in diesem Fall keine Ersparnis gebracht.
Diese Bedarfsrechnung lautet: Gesamtausgabe geteilt durch tatsächlich genutzte Stückzahl. Sie ersetzt nicht den Angebotspreis, sondern zeigt, wie sich ungenutzte Mengen auf deinen Einkauf auswirken.
Nutze dabei eine realistische Menge. Eine Packung, die du sicher später verwendest, ist nicht automatisch überflüssig, nur weil du sie heute noch nicht brauchst. Umgekehrt solltest du einen unbestimmten späteren Bedarf nicht als sichere Verwendung einplanen.
6. Vorrat, Haltbarkeit und Lagerplatz abgleichen
Ein Vorratskauf passt nur, wenn Bedarf, vorgesehene Aufbewahrung und verfügbare Fläche zusammenpassen.
Zähle vor dem Einkauf den vorhandenen Vorrat. Wenn zu Hause bereits zwei Packungen stehen und du bis zum nächsten geplanten Einkauf nur drei brauchst, fehlt eine Packung, nicht drei.
Berücksichtige bei Lebensmitteln die Angaben zur Haltbarkeit und Aufbewahrung auf der Verpackung sowie deinen üblichen Verbrauch. Dieser Vergleich liefert keine Aussage darüber, ob ein bestimmtes Lebensmittel noch sicher verwendbar ist. Plane keine zusätzliche Menge ein, deren rechtzeitige Verwendung du nicht realistisch einschätzen kannst.
Prüfe außerdem den Platz am vorgesehenen Aufbewahrungsort. Ein freies Fach ist eine bessere Entscheidungsgrundlage als die Hoffnung, zu Hause irgendwie Platz zu schaffen. Bei einer neuen Sorte kann der Einzelkauf sinnvoller sein, weil du noch nicht weißt, ob du sie regelmäßig nachkaufen möchtest.
- Vorhandene Packungen mitzählen.
- Zusätzliche Menge einem konkreten Verbrauch zuordnen.
- Verpackungsangaben zur Aufbewahrung berücksichtigen.
- Den benötigten Lagerplatz vor dem Kauf prüfen.
7. Die Gesamtausgabe nicht aus dem Blick verlieren
Ein niedrigerer Stückpreis und eine niedrigere heutige Ausgabe sind zwei verschiedene Dinge.
Für eine benötigte Packung stehen im ersten Beispiel 2,00 Euro Einzelpreis einer Ausgabe von 5,10 Euro für drei gegenüber. Der Einzelkauf lässt heute 3,10 Euro mehr für andere geplante Einkäufe übrig. Das Mehrfachangebot bietet seinen rechnerischen Vorteil erst, wenn die zusätzlichen Packungen tatsächlich weitere Einzelkäufe ersetzen.
Lege deshalb zunächst fest, welche Menge du unabhängig vom Angebot kaufen würdest. Prüfe anschließend, ob die größere Ausgabe in deinen geplanten Einkauf passt. Verzichte darauf, weitere unnötige Artikel mitzunehmen, nur um eine zusätzliche Angebotsvoraussetzung zu erfüllen.
Die Entscheidung darf auch bei positivem Rechenergebnis gegen die Mehrfachpackung ausfallen: Weniger Vorrat und eine kleinere heutige Ausgabe können für deinen Einkauf wichtiger sein.
Erst den Bedarf prüfen, dann den Mengenrabatt nutzen
Ein Mehrfachangebot lohnt sich, wenn der Preis für deine tatsächlich benötigte Menge niedriger ausfällt und du die zusätzlichen Packungen sinnvoll verwenden kannst. Ein günstiger Stückpreis allein reicht dafür nicht aus.
Notiere vor deinem nächsten Einkauf den vorhandenen Vorrat und deinen Bedarf. Prüfe am Regal die Bedingungen, rechne den Gesamtpreis aus und entscheide erst dann über die Menge. So bleibt das Angebot eine Einkaufshilfe statt ein Anlass, mehr mitzunehmen.


